#notiTSen aus Berlin (7/2017)


Mein Wochenrückblick vom 18.12-23.12.2017

MONTAGfrüh Aufwachen in München. Fester bayerischer Boden, würde Karl-Theodor zu Guttenberg das wohl nennen. Vorsorgeuntersuchungen bei meiner langjährigen Schwabinger Ärztin. Danach frisch Grippe geimpft zu meiner Münchner Steuerberaterin. Und von da zum Lunch mit Lebemann Albert Duin, unserem ambitionierten Landesvorsitzenden a.D der FDP Bayern. Wir vertilgen Leberkäs (er) und Weißwürste (ich) beim Franziskaner und reden uns die Köpfe heiß über die Landtagswahl 2018. Derweil wird der 1986 geborene Sebastian Kurz in Österreich zum Bundeskanzler ernannt. Respekt! Aber wie soll Spagat ÖVP und FPÖ gelingen? Knallharte Migrationspolitik und gleichzeitig besonders pro-europäischer Kurs? Habe Sorge vor weiterem Rechtsruck. Den Rest des Tages am Schwabinger Schreibtisch. Die analogen wie digitalen Stapel schrumpfen leider nur langsam. Steven schimpft. Sammy spielt mit dem Abfallkorb.

DIENSTAG am Morgen im Cafe Luitpold Austausch mit einem der führenden Köpfe einer großen Strategie-Beratung. Transformation in Politik, Unternehmen, Gesellschaft klappt nur mit transformationswilligen Führungsleuten. Verlassen behaglicher Pfade, Experimentierlust, Nachdenken über Plan C, D, E... das alles brauchen wir. Vordergründig wachsen Komfortzonen, wenn man sie nie verlässt! In Wirklichkeit werden sie eingeschnürt. Wir sprechen auch über meine Idee digitaler Freiheitszonen verzahnt mit mittelständisch-industriellen Clustern – auch und gerade im ländlichen Raum. Weniger Regularien und Bürokratie sind nicht das Ziel, sondern nur der Weg dorthin. Später langes Telefonat mit meinem Team von MINT Zukunft. Dank für das zu Ende gehende Jahr. Blick auf 2018. Ebensolcher Blick in der Landesgeschäftsstelle der FDP Bayern. Karsten Klein und ich sprechen mit dem künftigen Referenten der bayerischen Landesgruppe im Bundestag, der einen guten Eindruck macht. Danach krieche ich zuhause auf die Couch. Nachwirkung meiner Grippe-Impfung oder ein anderer Virus? Bin jedenfalls fiebrig und schlapp. Daniel Föst sagt, er sehe mich zum ersten Mal gähnen, seit wir uns kennen.

MITTWOCH Treffe sympathischen Herrn, vor 50 Jahren drei Jahrgänge unter mir. Er zeigt mir Bilder aus unserer Gymnasialzeit. Rebellisch war’s damals! Danach muss ich wieder an den Schreibtisch, Stapel schrumpfen. Lese Brief an FDP-Bundestagsfraktion von Mario Ohoven, Präsident des BVMW - Bundesverband mittelständische Wirtschaft. Er fordert uns auf, die Tür zu Jamaika wieder zu öffnen, denn von einer neuen Groko erwartet er vor allem Belastungen für Unternehmen, Arbeitnehmer, Bürger. Freue mich zwar, dass der Mittelstandschef der FDP den richtigen Kurs zutraut. Aber Jamaika ging ja gerade deshalb in die Hose, weil über diesen richtigen Kurs keine Einigkeit erzielbar war. Denke über Donald J. Trumps Steuerreform nach. Ziemlich gerissen. Jetzt werden im Ausland geparkte Gewinne massenweise nach Amerika zurückfließen, Potenzial für hohe Investitionen dort in Arbeit und Innovation. Große Wette auf die Zukunft, geschwind umgesetzt. So trocknet man Steueroasen ohne Kavallerie aus, lieber Peer Steinbrück! Lese im Handelsblatt, dass sich Wirtschaftsgranden wie Herrenknecht Kehl-Tunnelbohrer Martin Herrenknecht, STIHL-Sägenfabrikant Nikolas Stihl, Heraeus-Edelmetaller Jürgen Heraeus und Knorr-Bremser Heinz Hermann Thiele wohlfeil über Politik mokieren. Empfehle, vom hohen Ross zu steigen und es mal selbst zu probieren, statt bequem am Spielfeldrand zu parlieren. Habe in meiner manager magazin-Kolumne das Nötige hierzu aufgeschrieben, hänge das Bild vom Artikel nochmal an. Abends toll organisierte Weihnachtsfeier der FDP München im Königlichen Hirschgarten mit MdB-Kollege Lukas Köhler. Freue mich besonders, meine FDP München Süd-Chefin und unsere Landtagskandidatin Sabrina Böcking wiederzusehen! Muss aber bald weiter zu einem seit Monaten vereinbarten Abendessen im neuen, frisch geweißelten Tambosi, bleibe aber nur eine halbe Stunde. Auskurieren ist wichtiger.

DONNERSTAG Spannendes Gespräch am Morgen mit einem Innovationsexperten, tätig in einem großen deutschen Konzern. Wir reden über das Konzept „smart city München“. Erinnere mich an „smart city Friedrichshafen“, ein ambitionierter Versuch der Deutsche Telekom, zu früh, schlecht vermarktet, vergessen. Es gibt zu viele solcher Ideen, für die es keine politischen oder wirtschaftlichen Machtpromotoren gibt. Und die man dann zehn Jahre später wieder ausgräbt. Danach den Rest des Tages Schreibtisch in München. Korrespondenz mit Bundestag, wegen Bundestag, über Bundestag. Weihnachtspost. Termine. Stichpunkte für notiTSen. Ich ordne To Dos und arbeite meine Mails Tag für Tag auf. Morgen kommt meine 93-jährige Mutter zu Besuch. Bis dahin muss es hier passabel aussehen. Oh weh!

FREITAG Besuch im Fraunhofer AISEC-Institut für Angewandte und integrierte Sicherheit in Garching. HighTech-Weihnacht! Professorin Claudia Eckert (im Bild rechts neben mir) hat mir Nicht-Informatiker tiefschürfend die Security-Herausforderungen bei Sensoren, Daten, Systemen, Ökologien erläutert. Spannend: Wie gelingt Transfer/Migration wichtiger Security-Themen in den Mittelstand? Wie müssen sich Führungs- und Arbeitswelten in Wissenschaftsorganisationen und Unternehmen für Innovationsarbeit verändern? Werden Austausch fortsetzen. Vorfreude!

Aber jetzt erstmal: Wein kalt stellen. Sammy streicheln. Mutter einen kräftigen Kaffee eingießen. Frohe Weihnachten! Guten Rutsch!

PS: Die nächsten notiTSen gibt’s spätestens wieder zur ersten Bundestags-Sitzungswoche 2018: 15. bis 19. Januar!

Eine Übersicht aller meiner #notiTSen aus Berlin finden Sie hier.